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Dienstag, 17. Oktober 2017




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     Little Kite

   
verfasst am:    08. Oktober 2017
verfasst von:    avsn-fawks

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Grafik 85%
Sound 70%
Atmosphäre 90%
Gameplay/Aufgaben/Raetsel 90%
Relation: Preis/Spieldauer

100%

Gesamtwertung
87%
 
Story
Geschildert wird ein einziger jedoch schicksalhafter Tag im Leben einer zerrütteten Familie. Der Familienvater bzw. Stiefvater ist arbeitslos und verschuldet. Jedes Interesse für seine Familie und für das Leben überhaupt geht in seiner Alkoholsucht unter; seine Frau Mary und ihre Sohn Andrew haben nur noch Angst vor ihm. Streitereien gehören inzwischen zum Alltag und enden immer häufiger mit Handgreiflichkeiten und Verletzungen. Mary fehlen die finanziellen Mittel und womöglich auch die emotionalen Kräfte, um einen Schlussstrich unter ihre Beziehung mit Oliver zu ziehen. Sie tut ihr Bestes, Andrew vor der gestörten Dynamik zwischen ihr und Oliver abzuschirmen, und befindet sich selbst in einer zwiespältigen Lage. Sie wünscht sich sehr, in Oliver immer noch den Mann erkennen zu können, der er früher einmal war, doch im Inneren weiß sie, dass das Leben an seiner Seite wie eine tickende Bombe ist und der Tag an dem diese explodiert, früher oder später kommen wird.

Gameplay, Aufgaben & Rätsel
Gesteuert wird "Little Kite" aus der 3rd-Person-Perspektive. Das Spiel verfügt über das einfachste Point & Click Interface; alle Aktionen werden mit der rechten Maustaste (oder linken, beide sind untereinander wechselbar) durchgeführt. Die Story wird aus zwei Perspektiven dargestellt. Zum einen erleben wir die Geschichte aus der Sicht von Mary. Als sie agierend erlebt man die Zwiespältigkeit und Ratlosigkeit einer jungen Mutter, die zuhause täglich mit dem Thema Alkohol und häuslicher Gewalt konfrontiert ist. Je weiter sich die Story entwickelt, desto deutlicher sieht die junge Mutter ein, dass die einzige Chance auf eine normale Zukunft für sie und ihren Sohn ist, sich weit weg von ihrem Mann zu begeben.

Die andere Perspektive gehört zum kleinen Andrew. Er ist zu jung, um die Dynamik zwischen seiner Mutter und Oliver vollkommen verstehen zu können, aber alt genug, um sie zu fürchten. Als ihn agierend spürt man seine Sehnsucht nach einer funktionierenden Familienumgebung und einer Vaterfigur. Oft flüchtet er in eine imaginäre Welt, eine chaotische Welt, die womöglich seine Ansicht auf die eigene familiäre Situation widerspiegelt und in der sein verstorbener leiblicher Vater, um einen Rat gebeten werden kann.

Das Spiel enthält eine beeindruckende Rätselsammlung, die selbst anspruchsvollere Point & Click Fans zufriedenstellen wird. Zum größten Teil ergeben die Aufgaben vollkommen einen Sinn. Auch bei den wenigen schwierigeren Rätseln braucht man nicht seine Fantasie hinzuziehen und keine obskuren Kombinationsmöglichkeiten erforschen. Genau wie die Story, sind auch die Lösungen bodenständig und erfordern nicht mehr als eine gute Dosis gesunden Menschenverstand, kombiniert mit Gegenständen, welche man erwartungsgemäß in der schäbigen Wohngegend, wo sich die Handlung abspielt, vorfindet.

Sprachausgabe und Übersetzung
Es fällt nicht schwer, dem allgemeinen Sprachstil zu entnehmen, dass derjenige, wer immer das Spiel in Englisch übersetzt hat, kein englischer Muttersprachler war. Trotz dieser Tatsache, ist die Übersetzung gar nicht übel. Gelegentlich weist sie kleine Unstimmigkeiten im Bereich Grammatik oder Wortwahl auf, nichts jedoch was den Spielverlauf oder Informationenfluss auf irgendeine Weise beeinträchtigt. Eine Sprachausgabe enthält das Spiel leider nicht. Untertitel sind momentan auf Englisch, Russisch und Ukrainisch verfügbar. Persönlich bin ich der Meinung, dass gar keine Sprachausgabe besser als eine unvollständige oder unprofessionell gemachte Sprachausgabe ist. Natürlich unterliegt so etwas finanziellen Zwängen und man kann nur hoffen, dass die Entwickler sich irgendwann dazu entschließen, zumindest der englischen Fassung eine Sprachausgabe zu verleihen und dabei der englischen Übersetzung einen letzten Schliff geben.

Grafik und Sound
Alle Hintergründe wurden handgezeichnet. Man hat dabei sorgfältig auf die Details geachtet und erzielte ein realitätsgetreues Erscheinungsbild mit einem Hauch von künstlerischer Einzigartigkeit. Die Animationen der Zwischensequenzen sind etwas grober gezeichnet und eigentlich handelt es sich bei den Sequenzen eher um kurze Bildserien. Im Allgemeinen ist das Endergebnis vielleicht nicht auf dem neuesten Stand, trotz des Remakes. Wenn es um Grafik geht, kann man die Dinge immer schöner und imposanter gestalten, aber sie ist sehr schön anzusehen und erzeugt eine Atmosphäre die zur Story sehr gut passt. Mehr wird in Story basierten Spielen wie diesem nicht unbedingt gebraucht.

Fazit
Irgendetwas an diesem Titel hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Vielleicht war es die Tatsache, dass es zur Abwechslung ein Spiel war, das sich mit einem Thema aus dem wirklichen Leben auseinandersetzte. Vom "Gaming" her entspricht "Little Kite" fast allen Erwartungen; Steuerung und Rätsel stimmen zu 100% mit dem klassischen Point & Click Muster überein. Die Story ist natürlich Geschmacksache, aber ich finde es generell immer schön, wenn einmal etwas Ernsthaftes und vor allem Bodenständiges in einem Spiel vorkommt. Die Grafik ist zwar nicht auf dem neusten Stand, was jedoch in dieser Art von Spielen, wo die Story und nicht die Äußerlichkeiten das Spiel ausmachen, auch nicht unbedingt sein muss. "Little Kite" möchte letztendlich eine Geschichte erzählen und dabei bedeutende soziale Inhalte wie Alkoholismus in der Familie und häusliche Gewalt ansprechen, und dieses Vorhaben gelingt sehr gut. Die Spieldauer betrug ca. 5 Stunden; es wäre nicht unmöglich, es schneller zu schaffen – kommt darauf an, wie schnell einem die Rätsellösungen einfallen. Momentan wird das Spiel für den Festpreis von € 6,99 auf Steam angeboten, und meiner Meinung nach, steht damit das Preisetikett im guten Verhältnis zu der relativ kurzen Spieldauer.
  
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