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     Angelo and Deemon - One Hell of a Quest

   
verfasst am:    01. Dezember 2019
verfasst von:    avsn-fawks

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Grafik 70%
Sound 67%
Atmosphäre 80%
Gameplay/Aufgaben/Raetsel 88%
Relation: Preis/Spieldauer

80%

Gesamtwertung
77%
 
Story
Dem jungen Blogger Angelo steht ein großes Abenteuer bevor. Alles beginnt, als der Sensenmann, der erschöpft und überarbeitet seine Pflicht erledigt, sich in der Tür irrt und anstelle des Nachbarn in Wohnung 9, Angelo mit auf die Reise ins Jenseits nimmt. Doch sein vorzeitiges Ableben scheint Angelo nicht sonderlich zu bekümmern, tatsächlich erkennt er darin sogar eine Gelegenheit, durch eine exklusive Story - Live Bericht aus dem Jenseits – die Anzahl seiner Blogabonnenten erheblich zu erhöhen. Zusammen mit Deemon, mit dem er sich an der Türschwelle zur Hölle anfreundet, zieht er durch die Gegend, lernt die Bewohner kennen und sammelt unendlich viele Erlebnisse und Bildmaterial für seinen Blog. Der einzige Haken besteht darin, den Teufel irgendwie zu überlisten und zu seinem Blog im Land der Lebenden zurückkehren. Wird ihm dies gelingen?

Gameplay, Aufgaben & Rätsel
Für die Steuerung hat man die Wahl zwischen der Maussteuerung, der Tastatursteuerung oder einer Kombination aus beiden. Die Spielfigur wird aus der 3rd-Person-Perspektive mittels eines extrem bescheidenen bzw. funktionsarmen Point & Click Interface gesteuert. Alle Interaktionen mit Spielelementen erfolgt via linker Maustaste, wobei jegliche Feinheiten wie, z. B., ob man beim Anklicken etwas betätigt oder nur betrachtet, voll und ganz dem Spiel überlassen werden. Inventar und Inventarobjekte wurden ebenfalls im klassischen Sinn konzipiert. Eingesammelte Objekte können sowohl im Inventar miteinander kombiniert als auch in den Szenen anwendet werden. Der Großteil der Rätsel beruht auf dieser Dynamik, nämlich das richtige Objekt zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Hotspot zu verwenden.

Es fällt nicht schwer die Rätsel zu meistern, solange man seine Denkweise dem makabren und häufig ironischen Spielhumor anpasst. In der Hölle im Sinne von "Angelo & Deemon" wimmelt es von ironischen Schicksalen. Darunter findet man einen ehrenlosen Samurai, der nichts lieber täte, als Harakiri zu begehen, würden ihm dazu nicht auch noch die Hände fehlen. Noch ein Beispiel wäre ein einst machtvoller CEO, der sein Leben lang auf den Leuten rumgetrampelt ist und dafür nun in der Hölle als Teppich schmort. Tatsächlich kann man nur mit Mühe den kritischen Unterton angesichts solcher Figuren überhören, aber zudem oder besser gesagt hauptsächlich sorgen sie für eine einzigartige Spielatmosphäre und jede Menge Möglichkeiten, für einfallsreiche Rätsel wie z. B. dem händelosen Samurai dabei zu helfen, Harakiri zu begehen.

Meistens läuft die Handlung nicht in dem Sinne linear ab, dass Ziele durch mehrstufige und zusammenhängende Rätsel erreicht werden. Aber die Zusammenhänge sind nicht allzu kompliziert und die einzelnen Schauplätze sind alles anderes als überladen. Sie enthalten kaum etwas, das man als falsche Fährte bezeichnet, so dass eine Taktik von Versuch und Irrtum unter Umständen Erfolg haben könnte. Für diejenigen, die trotzdem Hilfe benötigen, wurde im Spiel ein Hinweis-System eingebaut und dies sogar clever, weil es nicht unbedingt sofort den nächstbesten Schritt verrät.

Erwähnenswert sind zudem das Side kick Deemon - ein ex Gangster, der anlässlich seiner Ankunft in der Hölle, den Körper eines geflügelten Dämons bekam. Dieser freundet sich mit der Hauptfigur "Angelo" im Laufe des Spiels an. Von dem Moment an kann man ihn via Inventar bei bestimmten Aufgaben zu Hilfe rufen. Dieses Feature hätte, meiner Meinung nach, mehr Potenzial als das Spiel in Anspruch nimmt. Noch erwähnenswert ist die Möglichkeit, praktisch alles mit dem Handy fotografieren zu können. Meistens bringt diese Aktion nichts weiter als belustigende Bemerkungen mit sich, höchstens ein paar Errungenschaften. Aber sie ist auch der Schlüssel zur Lösung einiger Rätsel.

Grafik und Sound
Wie die Entwickler selbst mehrmals durch ihre Ankündigungen des Spiels zu betonen pflegten, handelt es sich bei "Angelo und Deemon – One HELL of a Quest" nicht um ein Pixel-Adventure. Tatsächlich bietet das Spiel eine ganz passable Zeichentrick Grafik, welche sogar gewissermaßen die Design- Möglichkeiten für die in diesem Spiel dargestellten 2D vorgerenderten Grafiken ausschöpfen. Die Kulissen wurden dynamisch gestaltet, was der Spielwelt eine große Portion an Vitalität verleiht. Überhaupt werden die "höllischen" Motive durch viele sorgfältige kleine Details bestens erzeugt und aufrechterhalten. Animationen zu sämtlichen Aktionen, welche von der Hauptfigur durchgeführt oder verursacht werden, sind ebenfalls dabei. Allerdings sind diese eher von bescheidener Natur, nämlich ziemlich detailarm und keine davon wird hochauflösend in der Nahansicht gezeigt.

Untertitel sind auf Deutsch, Englisch, Russisch und Ukrainisch verfügbar, eine Sprachausgabe jedoch nur auf Englisch und die fällt irgendwie sehr negativ auf. Technisch gesehen gibt es nichts einzuwenden. Die Sache ist die, dass die Hauptfigur sprachlich vollkommen eingebildet und irgendwie gefühllos herüberkommt, als würde man den Text aufsagen, statt in die Rolle zu schlüpfen. Es mag schon sein, dass dies genau den Charakter widerspiegelt, den man bei dieser Figur beabsichtigte, doch mir zumindest wäre eine sympathischere Hauptfigur lieber gewesen.

Fazit
Mit "Angelo und Deemon" präsentiert Entwickler "Specialbit Studio" ein humoristisches Point & Click Adventure, das sich im Jenseits bzw. dem höllischen Teil des Jenseits abspielt. Man könnte meinen, die hier dargestellte Höllenwelt bietet eine Parodie auf das Kernkonzept "Hölle und Himmel " in der modernen Welt. Zweifelsohne hat jeder einzelne Bewohner der hier geschilderten Hölle - in der es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede mit der Welt der Lebenden gibt - seinen dortigen Aufenthalt wohl verdient. Doch es stellt sich die Frage, ob es jemanden gibt, der ihn nicht verdient hat, denn der Zug in den Himmel ist leer und das Gleis ist wegen mangelnder Nutzung verrostet. Eindeutig soll dieses Spiel nichts weiter als unterhalten, aber es schadet nie, wenn auch Komödien - mit oder ohne Zwinkern - eine kleine Portion Denkmaterial liefern. Technisch und grafisch gesehen verdient dieses Spiel eine Wertung in den Top 20 Alles in allem liefert es ein mehr als passables Spielerlebnis voller unterhaltsamer und herausfordernder Rätsel, die mit einer amüsanten Handlung verbunden und in einer originellen Spielwelt angesiedelt wurden. Man spielt gern aus reinem Interesse im Gegensatz zum Spielen aus Beharren. Die Spieldauer liegt bei knapp 4 Stunden. Ich finde, der Kaufpreis, der aktuell bei ca. 15 Euro liegt, könnte schon allein deswegen etwas niedriger sein. Inhaltlich deutet das Spielende auf eine (hoffentlich baldige) Fortsetzung hin, die sich auf der himmlischen Seite des Jenseits abspielen soll. Dazu sage ich nur eins: Ich bin mal gespannt.
  
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