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     eXperience 112

   
verfasst am:    30. März 2008
verfasst von:    avsn-Nikki

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Gesamtwertung
40%
 


In dem außergewöhnlichen Adventure von Lexis Numerique schlüpft der Spieler nicht in die Rolle eines Protagonisten, sondern spielt sich sozusagen selber. Lea Nichols ist eine Forscherin, die vor mehr als 30 Jahren auf einem Tankschiff zusammen mit ihren Kollegen eine einzigartige Tierrasse erforschen wollte. Doch dann geschah etwas. Der Spieler beginnt mit einem Blick durch Überwachungskameras in Leas Kajüte. Die Forscherin erwacht gerade aus einer tiefen Bewusstlosigkeit und weiß selber nicht, was geschehen ist. Da sie aber keine andere Wahl hat, muss sie dem Menschen hinter den Überwachungskameras vertrauen. Gemeinsam macht der Spieler sich mit Lea auf Erkundungstour, um herauszufinden, weshalb der Tanker so verwüstet ist, warum überall Leichen liegen und welche Forschungen hier einst betrieben wurden. Der Spieler sieht die Wissenschaftlerin nur durch die Kamera und kann sie durch die Gänge leiten, indem er Lampen aus- und einschaltet, Computerterminals aktiviert oder elektronische Schlösser öffnet.

Die Story des Spiels ist zwar sehr interessant, aber zum Teil auch unlogisch. Wenn der Spieler in einem Kontrollraum sitzt und die Kameras und technischen Geräte steuern kann, wo befindet sich der Kontrollraum dann? Er scheint sich nicht auf dem Tanker zu befinden, denn Lea durchsucht jeden Winkel des Schiffs und wäre dem Spieler mit Sicherheit über den Weg gelaufen. Die nächste Frage bezieht sich auf die Visionen von Lea. Da der Spieler nicht wie üblich in die Rolle der Protagonistin schlüpft, stellt sich die Frage, wie er dann ihre Visionen sehen kann. Sieht man über diese Dinge hinweg, wird die Geschichte zum größten Teil über die Dokumente der ehemaligen Mitarbeiter der Forschungsstation erzählt. Im Laufe des Spiels kann, bzw. muss man unzählige Schriftstücke lesen. Zum einen dienen sie dazu, die Hintergründe zu erläutern und zum anderen bieten sie wichtige Informationen, wie Zugangscodes und Passwörter. Die Leserei wird schnell eintönig, da man ja ein Adventure spielen möchte und kein wissenschaftliches Buch lesen will. Man ist versucht gleich nach den zum Teil hervorstechenden wichtigen Dingen zu suchen und die restlichen Berichte einfach zu missachten.

Hauptaufgabe des Spielers ist es, Lea durch das Schiff und später durch die einzigartige Tierwelt zu führen. Da Lea zu Forschungszeiten nicht zu jedem Bereich der Station Zugang hatte und somit auch nicht die kompletten Zusammenhänge kennt, muss der Spieler für sie die Kennwörter und Zugangscodes herausfinden. Eine weitere Aufgabe besteht darin, sich mit den Tierwesen mit Hilfe eines Sprachmoduls zu verständigen. Echte Herausforderungen für Rätselfreunde bleiben aus. Lange Laufwege bremsen den Spielfluss und das Spielvergnügen stark aus. Lea geht zum einen ziemlich langsam und muss zum anderen auf einer Karte von Lampe zu Lampe geführt werden. So kann es vorkommen, dass der Spieler 20 Lampen anschalten muss, bis Lea dort angekommen ist, wo sie hin muss. Nachdem die Forscherin das Schiff verlassen hat, muss ihr U-Boot gesteuert werden. Das Fahrzeug bewegt sich ebenfalls nur sehr langsam, was die Tauchfahrt langwierig werden lässt.

Das Adventure wird zum größten Teil im Dunkeln gehalten. Lampen können zwar angeschaltet werden, doch bringen sie nicht wirklich viel Licht in die Angelegenheit. Eine Nachtsichtkamera und eine Wärmebildkamera dienen als zusätzliche Hilfsmittel. Das Intro des Spiels ist ein Genuss. Hier werden schöne Außenaufnahme der Klippen gezeigt. Was danach kommt, ist nur noch düster. Die Zwischensequenzen sind meist Erinnerungen von Lea und werden wie durch einen Nebel gezeigt. Sie wirken sehr verschwommen. Trotz der düsteren Atmosphäre hat man jedoch nicht auf zahlreiche Details verzichtet. Umgeworfene, rostige Einrichtungsgegenstände und technische Geräte sind überall zu finden. Selbst auf die Leichen der ehemaligen Forscher hat man nicht verzichtet. Die Tierwelt wird dann schon ein bisschen heller, aber nicht wesentlich. Hier ist die Umgebung fantasievoller gestaltet. Die Unterwasserwelt besteht zum größten Teil aus Felsen. Hin und wieder sieht man mal eine heiße Quelle. Eine willkommene, erfreuliche Abwechselung bieten die vorbeiziehenden Fischschwärme.

Leider gibt es nur 7 Speicherplätze. Man ist also gezwungen die angelegten Spielstände immer wieder zu überschreiben. Der achte Speicherplatz ist für ein Autosave reserviert. Das Optionsmenü bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten. Doch diese verhindern nicht, dass das Spiel in manchen Kapiteln nur sehr zählflüssig verläuft. Es scheint, als würde sich die Mausgeschwindigkeit auf die Leas langsame Gangart anpassen. Hin und wieder verabschiedet sich das Spiel mit einer Error-Meldung. Außerdem kommt es nicht selten vor, dass Lea wie festgefroren an einer Stelle stehen bleibt. Sie reagiert dann auf keine Anweisung. Speichern ist dann auch nicht mehr möglich. Ein alter Spielstand muss geladen werden. Man ist also gezwungen so oft wie möglich zu speichern, um keinen allzu großen Verlust, was den Spielfortschritt anbetrifft zu erleiden.

Fazit: Die Idee der einzigartigen Spielführung hat uns gut gefallen, doch reicht die Idee leider nicht aus, um ein optimales Spielvergnügen zu erzielen. Was zu Beginn des Spiels noch als Herausforderung dient, wird im Laufe der ca. 20 Stunden Spielzeit zu einer langatmigen Sache. Die düstere, fast leblose Atmosphäre ist Geschmacksache und wird sicherlich nicht bei jedem Adventurefan ankommen. Wer Informationen gerne aus Dokumenten herausholt, wird von "eXperience 112" reichlich versorgt. Da sich im Grunde alles um den mysteriösen "112" dreht, hätten wir am Ende des Spiels schon gerne einen Blick auf besagten Probanden geworfen. Wer etwas außergewöhnliches wagen möchte, sollte sich an dem neusten Werk von Lexis Numerique versuchen.
  
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