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     Tale of a Hero

   
verfasst am:    08. September 2010
verfasst von:    avsn-Nikki

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Gesamtwertung
80%
 


Der Weg zum Helden
Olaf wollte schon immer ein Held sein, zu denen gehören, über die Lieder gesungen werden. Er ist jung, hilfsbereit und voller Tatendrang. So kommt es, dass er den Dorfbewohnern gerne bei einem kleinen Problem helfen will. Nun gut, das Problem ist nicht ganz so klein, denn es handelt sich um einen Steinriesen, der in einer Höhle unter dem Dorf lebt. Dieses Monster kommt von Zeit zu Zeit aus seiner Höhle und tyrannisiert die Dorfbewohner. Man verspricht Olaf eine hohe Belohnung und schickt ihn schließlich durch ein Erdloch in die Höhle des Monsters. Da der Balken, über den sich Olaf hinunter lässt, durchbricht, landet er mit einem lauten Knall in der Höhle. Die Dorfbewohner sind davon überzeugt, dass der Riese wachgeworden ist und es nur eine Frage von Minuten ist, bis er Olaf tötet. Sie wollen nicht das nächste Opfer sein und laufen davon. Olaf ist also auf sich alleine gestellt. Da Olaf kein brutaler Kerl ist, kommt es, dass er sich mit dem Steinmonster friedlich einigt. Ende gut, alles gut. So könnte man zumindest glauben, doch wieder zu Hause, erhält Olaf Besuch von einer alten Bekannten. Die Tochter des Königs wurde von dem Eisriesen Krugell entführt. Als Kinder haben Olaf und Erea miteinander gespielt und so sieht er sich verpflichtet, die Prinzessin zu befreien. Außerdem will sich Krugell laut Pripogala an Olaf rächen, weil sein Vater den Bruder des Eisriesen getötet hat. Hier kommt nun die Gelegenheit, auf die Olaf lange gewartet hat: als Held in den Kampf gegen Monster ziehen und eine hübsche wehrlose Prinzessin befreien. Da gibt es nur ein kleines Problem. Olaf besitzt keine Waffen, ob magisch oder nicht. Er trägt nur ein Messer bei sich, das gegen einen Eistitanen nicht viel ausrichten wird. Das Abenteuer beginnt also mit der Beschaffung der richtigen Ausrüstung, was schon alleine kein leichtes Unterfangen ist, denn eine Märchenwelt kommt selten ohne Magie aus...

Ein Märchen für Erwachsene
Märchen sind etwas für Kinder? Absolut nicht, wie dieses Märchen-Adventure beweist. Olaf hat es nicht einfach auf seinem Weg zum Helden, denn ihm werden immer wieder Steine in den Weg gelegt. Mal ist es ein Seher, der bereits seit 900 Jahren tot ist und wieder belebt werden muss, dann sind es Geister, die einfach keine Ruhe finden wollen. Ganz zu schweigen, von Wassermenschen, Drachen, Riesen, gefräßigen Schildkröten, diebischen Zitteraalen oder immer weiter plappernden Muscheln. Olaf findet zwar viele hilfsbereite magische Kreaturen auf seinem Weg zum Helden, doch niemand gibt etwas, ohne Gegenleistung. Mal muss er einfach nur einen Spielgefährten für jemanden finden und mal einen, seit 200 Jahren andauernden Kampf zwischen zwei Völkern beenden. Unzählige Gegenstände müssen im Laufe des Abenteuers eingesammelt werden. Manche sind leicht zu finden, andere sind gut versteckt und nur schwer zu erkennen. Bei der Vielzahl von Objekten, mit denen die Schauplätze ausgestattet sind, kann man leicht etwas übersehen. Auf wirkliche Rätsel hat man in dem Spiel verzichtet, denn Olafs Vater hat zwar immer versucht seinem Sohn vieles beizubringen, doch Olaf hatte selten ein Ohr für die Belehrungen. Daher zertrümmert er z. b. ein Schiebepuzzle lieber mit einem riesigen Hammer und erspart uns die Mühe, es zu lösen.

Fantasievolle Schauplätze
Die Grafik versetzt uns in 4 verschiedene Bereiche einer Märchenwelt. Wir beginnen in der Höhle des Steinmonsters Nog. Hier ist es dunkel, erdig und feucht. Das Dorf bietet da gleich einen freundlicheren, lebendigeren Anblick, selbst wenn der Sumpf Zeuge früherer, längst ausgestorbener Zivilisationen ist. Die Welt unter Wasser ist sehr groß, wie wir im dritten Kapitel feststellen konnten. Höhlen, Schluchten, versunkene Schiffe und sogar Tempel und Türme der Wassermenschen müssen besucht werden. Schließlich gelangen wir in die Eiswelt, denn dort lebt der Titan, den es am Ende zu besiegen gilt. Die Zivilisation scheint hier noch weit entfernt zu sein, denn die Bewohner dieser Welt leben in Zelten und benutzen Unterkiefer großer Tiere als Ofen. Alles scheint aus Knochen und Leder gemacht zu sein, selbst die einfachsten Werkzeuge wie Schaufeln. Alle Welten sind jedoch mit vielen kleinen Details ausgestattet, die sie zu einer wahren Märchenwelt voller Zauber machen. Auf Animationen hat man ebenfalls nicht verzichtet. Fischschwärme ziehen in der Unterwasserwelt hin und wieder vorbei. Auch wenn Olaf unter Wasser atmen kann, so sieht man beim Sprechen leider jedoch keine Luftblasen aufsteigen. Selbst wenn er schwimmt, kann man kaum Wasserbewegungen feststellen. Toll fanden wir, dass Olaf sich am Kopf kratzt, wenn er überlegt. Auf diese Weise merkt der Spieler sofort, dass vielleicht noch eine andere Lösung für ein Problem gefunden werden kann. Seine Gedanken teilt uns Olaf dann entweder mit oder er setzt sie direkt in die Tat um. Ansonsten ist die Grafik gut gelungen und mit vielen Lichteffekten versehen worden, die gerade in der Unterwasserwelt eine tolle Atmosphäre verbreiten.

Humorvolle Dialoge mit wichtigen Informationen
Die Charaktere sind eigentlich Lebewesen, die wir alle kennen, mit dem Unterschied, dass sie magisch sind und sprechen können. Olaf kann sich mit Pilzen, Krebsen, Walen, etc. unterhalten. Oft sind es lange Gespräche, die viele Informationen zur Story hergeben, aber auch sehr witzig sein können. Ein Krebs regt sich z. b. darüber auf, dass die Entwickler einer Märchenwelt nicht daran gedacht haben, dass auch ein magischer Krebs hin und wieder Hunger haben könnte. Die plappernde Muschel ist vorlaut, die Schildkröte spricht langsamer als eine Schnecke sich bewegt, und ein uralter Pilz will einfach nur seine Ruhe haben, was ihn aber nicht davon abhält, selber Forderungen zu stellen. Es ist einfach herrlich mit anzuhören, wie die Entwickler wichtige Informationen in ein scheinbar belangloses Gespräch eingeflochten haben. Der Spieler sollte immer gut zuhören, auch wenn es scheint, als würden die Charaktere einfach nur ihren Unmut äußern oder über banale Dinge reden. Viele wichtige Hinweise verstecken sich oft in den unterhaltsamen Dialogen.

Sound
Die deutsche Sprachausgabe ist nicht ganz so gut gelungen, wie die englische. Manche Synchronsprecher haben die Gemütsregungen übertrieben stark eingesprochen, anderen wiederum zu schwach. So wirkt Masek, als wenn er vollkommen betrunken wäre. Erea ist zwar eine Prinzessin und herrisch, doch auch ihr Sprechverhalten ist zu übertrieben. Auf der anderen Seite bringen Veliana und Fenintair den Spieler in der englischen Fassung viel mehr zum Lachen, obwohl die deutschen Synchronstimmen auch hier nicht schlecht gelungen sind. Sehr gut gelungen ist die deutsche Synchronstimme der Schildkröte. Manche Charaktere sind ruppig, andere müde und wieder andere gelangweilt. Durch die Großaufnahmen der Schauplätze kann man die Mimik der Charaktere oft nicht erkennen, was bei Tieren sowieso nicht leicht wäre, aber an der Sprechweise kann man ihre Gemütsverfassung eindeutig heraushören. Die Hintergrundmusik ist dezent und voll und ganz auf den Märchencharakter des Abenteuers abgestimmt. Außerdem setzt sie nur in bestimmten Situationen ein, um z. b. eine lustige Szene zu unterstützen oder eine Gefahrensituation offensichtlich zu machen.

Einfaches Gameplay
Die Point-and-Click Steuerung macht es dem Spieler leicht, sich durch das Adventure zu bewegen. Der Cursor verändert seine Farbe. Kann ein Objekt eingesammelt werden, oder wird ein Ausgang angezeigt, füllt sich der Pfeil rot. Wenn Gegenstände betrachtet oder andere auf sie angewendet werden können, wird er blau. Mit einem Doppelklick wechselt unser Held sofort den Schauplatz. Eine Karte der Umgebung erspart dem Spieler in der Unterwasserwelt so manchen Weg, denn über sie kann man verschiedene Orte schnell und unkompliziert direkt erreichen. Die Lautstärke der Musik kann in den Einstellungen variiert werden, der Untertitel an- oder abgeschaltet werden. Speicherplätze sind reichlich vorhanden, sodass man keinen Spielstand überschreiben muss und so oft speichern kann, wie man möchte.

Fazit
"Tale of a Hero" ist ein wahres Heldenmärchen. Olafs Welt ist nicht nur voll von magischen Wesen, die uns durch ihren Witz und Einfallsreichtum bezaubern, sondern auch voller Heldentum, denn der junge Mann löst nicht nur ein Problem während er seinem eigentlichen Ziel immer näher kommt. Das Ende der Geschichte ist dann doch ziemlich überraschend, da man bis zum Schluss einen anderen Ausgang vermutet. Die Grafik hätte ein paar kleine Animationen mehr vertragen können, ist aber ansonsten ansehnlich gestaltet. Die Hintergrundmusik passt sehr gut zum Abenteuer unseres jungen Helden. Mit einer Spielzeit von ca. 20 Stunden gehört "Tale of a Hero" zu den längeren Adventures und vor allem wird es keine Minute langweilig.
  
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